Burg Frankenstein, Shelley und die Konstruktion eines MythosWarum Johann Konrad Dippel nicht das Vorbild für Viktor Frankenstein war
(für einen ersten kurzen Überblick über das Thema sowie einer Chronologie der Ereignisse gibt es auch eine kurze Zusammenfassung in meinem Darmstadt Blog. Des Weiteren gibt es dort ebenso eine Analyse der historischen Fehler in der Geisterjägersendung Ghost Hunters International, die auf Burg Frankenstein spielt) Seit einiger Zeit geistert eine These durch die Medien, Fernsehen und Internet, die behauptet, Mary Shelleys Inspiration für den Protagonisten ihres berühmten Romans „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ hätte sie während einer Reise durch Deutschland erlangt. Der „wahre Frankenstein“ sei Johann Konrad Dippel, ein Alchemist des 17./18. Jahrhunderts, gewesen und der Name Frankenstein beruhe auf der Burg Frankenstein bei Darmstadt, wo Dippel geboren wurde und nach der er sich von Frankenstein nannte.
Unzählige Bücher wurden mittlerweile publiziert, Reiseführer, Reportagen bei ProSieben, RheinMain TV, ja selbst der Hessische Rundfunk und die ARD haben diese Behauptung wiederholt verbreitet. Die Zeitungsartikel und Internetseiten, die das gar als Fakt darstellen, sind schon nicht mehr zählbar.
Wer sich aber einmal die Mühe macht, die ganze Geschichte bis ins Detail zu recherchieren, wird auf ein absurdes Geflecht von Hörensagen, Bestätigung durch gegenseitiges Zitieren und dem tiefen Wunsch, die Burg Frankenstein zum "real home of the monster" zu machen, stoßen.
Ein Leserbrief in den 1960er Jahren macht den Anfang
Während des gesamten 19. Jahrhunderts lässt sich kein Beleg finden, dass Dippel oder die Burg Frankenstein bei Darmstadt in irgendeiner Weise mit Shelleys Roman in Verbindung gebracht wurden. Auch die Verfilmungen ab 1910 und der Welterfolg der Verfilmung von 1931 samt seiner Fortsetzungen sorgten nicht dafür, dass irgendwer eine Verbindung herstellte zwischen Dippel, der hessischen Burg Frankenstein und Mary Shelleys Roman.
1968 aber erscheint in dem amerikanischen Magazin Life als Reaktion auf einen Artikel über das Frankenstein Monster der Leserbrief eines gewissen David T. Russell, der zum ersten Mal die Burg Frankenstein bei Darmstadt ins Spiel bringt. Dabei erinnerte sich Russell an eine Legende über die Burg, von der er es für möglich hält, dass sie Shelley beeinflusst haben könnte.
Die Legende, auf die Russell anspielt, ist jedoch die recht bekannte und sogar von den Gebrüdern Grimm erwähnte Sage vom Ritter Georg und dem Lindwurm.
Die Sage hat zu Shelleys Frankenstein aber nun wirklich keine Parallelen. Es ist eher eine Variante der Sage vom Heiligen Georg und dem Drachen. Verbindung zu Shelleys Roman konnte Russell nur dadurch ziehen, dass er unzulässigerweise den Lindwurm zu einem "Monster" verallgemeinerte.
Dies war nur der erste von unzähligen Kunstgriffen, die im Laufe der nächsten Jahrzehnte dazu führten, dass der (wie wir später sehen werden) nicht nachweisbare Einfluss von Dippel und der Burg Frankenstein auf Mary Shelleys Roman fast schon zu einer Art Allgemeinwissen wurde, das bei jeder Gelegenheit, bei der sich Geld verdienen lässt, gepredigt wird.
Radu FlorescuDie 1970er Jahre legten dann den Grundstein zu dem Dammbruch, der sich in den 1990ern ereignen sollte. Während Donald F. Gluts Erwähnung des Leserbriefes von David T. Russell in seinem 1973 erschienenen Buch The Frankenstein Legend Walter Scheele mehr als zwanzig Jahre später offenbar die Inspiration dazu gab, den Brief von Jacob Grimm an Mary Jane Clairmont zu erfinden (dazu später mehr), war es der Historiker Radu Florescu, der erstmals Johann Konrad Dippel ins Spiel brachte. Hauptquelle Florescus war der ehemalige Bürgermeister von Nieder-Beerbach, der sich offenbar reihenweise Geschichten über die Burg Frankenstein ausdachte, da keine davon vor Florescus 1975 erschienenen In Search of Frankenstein nachweisbar sind. Vlad Tepes und Graf Dracula
Florescu ist nicht irgendwer. In Search of Frankenstein war das Nachfolgebuch von In Search of Dracula, das bis heute ein Standardwerk zu den historischen Ursprüngen von Bram Stokers Dracula ist und in dem Vlad III. Draculea, genannt Tepes - der Pfähler, als historisches Vorbild für Graf Dracula identifiziert wird. Bis heute gilt der walachische Fürst vielen als Stokers Inspiration für seinen Roman.
Bei genauer Betrachtung sind Florescus Ausführungen aber mehr Phantasie als Fakt. Zweifelsfrei belegen lässt sich lediglich, dass Stoker den Namen Dracula von Vlad III. bzw. dessen Vater Vlad II. Dracul für seinen Vampir übernahm, weil er dem Irrtum erlag, der Name bedeute übersetzt "Teufel". Alle weiteren Ausführungen Florescus in seinem berühmten Buch sind aber reines Wunschdenken. Wie Elisabeth Miller, mittlerweile emeritierte Professorin an der kanadischen Memorial University of Newfoundland, in den 1990ern nachweisen konnte, kannte Stoker nämlich keinerlei biographische Details von Vlad III. Stoker stieß nachweislich erst recht spät im Entstehungsprozess von Dracula auf den Namen. Bis dahin hieß sein Vampir einfach Count Wampyr. Handlung und Charakter des Vampirs standen zu diesem Zeitpunkt längst fest und können daher nicht durch Vlad Tepes inspiriert sein. Vielmehr übernahm Stoker typische Erzählmotive aus der englischsprachigen Gothic-Literatur des 19. Jahrhunderts für seinen Vampir.
Dass Vlad III. Stoker zu seinem Roman inspiriert hätte, wie Florescu behauptet, ist also mit den Fakten nicht vereinbar. Für mehr als den Namen interessierte sich Stoker nicht, was allerdings niemanden sonderlich zu stören scheint. Bis heute gilt es vielen als Fakt, dass Vlad Tepes Stoker zu seinem Roman inspiriert hat.
Was bei Dracula klappt, muss auch bei Frankenstein funktionieren
Florescu kam also durch mit seiner These und wollte dasselbe nun auch für Frankenstein nachweisen. Dabei fiel ihm auf, dass Mary Shelley während einer Reise auf dem Rhein beinahe in Sichtweise an der Burg Frankenstein nahe Darmstadt vorbeikam. Mehr noch, in Gernsheim, keine 15km Luftlinie von der Burg entfernt, hatte sie drei Stunden Aufenthalt. Also flog Florescu nach Deutschland und besuchte die Burg Frankenstein, wo er auf den damaligen Bürgermeister von Nieder-Beerbach, auf dessen Gemarkung die Burg steht, traf, der scheinbar die wunderlichsten Sachen aus dem Stehgreif erfinden konnte.
Unter anderem die "Legende von einem britischen Touristenpärchen im Odenwald", eine merkwürdig unspektakuläre Legende, von der niemand je etwas gehört hatte, die aber auf Mary und Percy Shelley zurückgehen soll. Walter Scheele ergänzte dies später mit der Behauptung, der damalige Pfarrer in Eberstadt hätte den Aufenthalt der Shelleys im "Kirchenbuch" festgehalten. Im Pfarrarchiv ist solch ein Eintrag aber nicht zu finden. Es ist auch eher unwahrscheinlich, da die Shelleys ja - wie bereits erwähnt - in Gernsheim lediglich drei Stunden Aufenthalt hatten und danach weitergereist sind. Dass sie von dort aus die Burg gesehen haben, ist unwahrscheinlich. Die Türme waren damals deutlich niedriger als heute und die Shelleys kamen spätabends nach Anbruch der Dunkelheit an. Selbst heute ist die Burg aber von Gernsheim aus nur bei sehr guter Sicht auszumachen.
Klar gegen Florescus These spricht, dass Shelley (wie auch ihre Stiefschwester Claire Clairmont, die ebenfalls Teilnehmerin der Reise war) sehr ausführlich Tagebuch geführt hat und in diesen Tagebüchern die Burg Frankenstein mit keiner Silbe erwähnt wird. Auch den auf der Burg geborenenen Alchemisten Johann Konrad Dippel erwähnt Shelley nirgends. Schon allein deshalb dürfte solch ein Einfluss auf ihren berühmten Roman sehr unwahrscheinlich sein. Und wenn die Fakten nicht passen, schafft man sich eben neue
Florescu war sich dessen bewusst. Er behauptete daher, dass Shelley und Clairmont alle Spuren ihrer Inspiration für Frankenstein vernichtet haben, um als besonders originell zu gelten. Beide sollen ihre Tagebücher massiv verfälscht haben, um die Wahrheit zu verbergen.
Abgesehen von dem Fehlen jeglichen Belegs für solch eine Behauptung, weist Michael Müller in seinem hervorragenden Aufsatz Any Monsters at home sehr richtig darauf hin, dass die Tagebücher der beiden eben gerade nicht schlüssig aufeinander abgestimmt sind. Florescus Verschwörungstheorie ist ein Hirngespinst.
Der Strohhalm, an den er sich klammert, ist dabei der dreistündige Aufenthalt der Shelleys in Gernsheim. In dieser Zeit, von der Shelley nicht mehr schreibt, als dass sie zusammen mit Percy Shelley spazierengegangen ist, sollen die beiden laut Florescu zur Burg Frankenstein und wieder zurück gelaufen sein und dabei von den Einheimischen noch unzählige Sagen und Gerüchte über Dippel gehört haben. Innerhalb von drei Stunden von Gernsheim zur Burg Frankenstein und wieder zurück zu laufen, kann man aber getrost als unmöglich bezeichnen, sofern man den beiden nicht die Leistungsfähigkeit professioneller Marathonläufer unterstellt.
Shelley wusste nichts von Burg Frankenstein
Dass Shelley die Burg Frankenstein nicht kannte, wird auch aus einem weiteren Tagebucheintrag klar. 1840 kehrte sie in die Gegend zurück und erwähnt in ihrem Tagebuch wie auch in dem Reisebericht Rambles in Germany and Italy in 1840, 1842, and 1843 einen Aufenthalt in Darmstadt, amüsiert sich über die Aufgeregtheit der Bevölkerung, weil der Großherzog von Baden sich angekündigt hatte und nennt die Stadt ansonsten "eher langweilig". Nach diesem Besuch beschreibt sie den Odenwald entlang der Bergstraße:
"The road continued pleasant, and the mountainous district to our left became more picturesque. Agreeable excursions might be made among the hills; but we were bound right on, and could not indulge in extraneous rambles."
Das ist alles! Möglicherweise hat sie diesmal - im Gegensatz zu ihrem Aufenthalt in Gernsheim 26 Jahre zuvor - die Burg Frankenstein tatsächlich gesehen. Aber sie erwähnt sie nicht. Man kann davon ausgehen, dass ihr schlicht nicht bewusst war, dass es hier eine Burg dieses Namens gibt. Den Ort, der sie zu ihrem berühmten Roman inspiriert hat, hätte sie kaum so detailarm und schnell abgehandelt.
Wiederbelebung in den 90ernFlorescus These wurde daher auch zunächst zwar gelegentlich erwähnt, jedoch kaum ernst genommen. Dies änderte sich schlagartig im Jahr 1995. Infolge der ein Jahr zuvor stattgefundenen Neuverfilmung von Shelleys Roman (der man nachsagte, näher an der literarischen Vorlage zu sein als alle anderen Verfilmungen) griff der britische Moderator David Frost Florescus Buch auf und drehte eine Dokumentation, die sich an Florescus Thesen orientierte und in der nicht nur Florescu, sondern auch Walter Scheele auftrat. Der Erfolg dieser Sendung war offenbar so groß, dass Florescu sein Buch neu auflegte und Walter Scheele ein Buch nach dem anderen zu dem Thema schrieb.
Seither gibt es so gut wie keine Veröffentlichung über Frankenstein mehr, die die Dippel-These nicht erwähnt, die meisten geben sie unkritisch als "Quasi-Fakt" wieder. Im englischsprachigen Raum bezieht man sich dabei auf Florescu, im deutschsprachigen dagegen auf Walter Scheele. Dieser ist in seinen Ausführungen aber weitaus offensiver als Florescu, stellt wilde Spekulationen als Fakt dar und äußert sich gegenüber Kritikern in einer Weise, die man irgendwo zwischen Spott und Beschimpfung einordnen kann.
Was passiert, wenn man unfundierte Spekulationen weiterspinnt
Scheele hat zwei Hauptquellen für seine Thesen, Florescu und Glut. Dazu nimmt er noch anerkannte Werke der Heimatforschung, vor allem Heinrich Eduard Scribas "Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein", aus denen er allerdings aus dem Zusammenhang gerissen oder schlicht falsch zitiert. So legt er Scriba zum Beispiel in den Mund, er wäre davon ausgegangen, dass ein Arbogast von Frankenstein, der im Jahr 948 an einem Ritterturnier teilgenommen haben soll, authentisch und der frühste Beleg der Herrschaft derer von und zu Frankenstein sei. Tatsächlich kann man aber in Scribas Buch lesen, dass dieser Arbogast von Frankenstein bloß eine Legende ist.
In diesem Zusammenhang erwähnt Scheele auch das Rüxnersche Turnierbuch als Quelle für jenen Arbogast, ohne auch nur darauf hinzuweisen, dass die Angaben dieses Turnierbuchs von niemandem ernst genommen werden. Letztendlich listet es Daten zu Turnieren auf in einer Zeit, da es in Deutschland noch überhaupt keine Ritterturniere gab. Besonders perfide ist dabei, dass Scheele Scriba mit den Aussagen des Turnierbuchs in Verbindung bringt, obgleich Scriba selbst dieses Turnierbuch in eben jenem, von Scheele als Quelle benutzten "Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein" als "märchenhaft" und Arbogast von Frankenstein und zwei weitere angebliche Ritter von Frankenstein als "fabelhafte Personen" bezeichnet, also Personen, die dem Bereich der Fabel zuzuordnen, sprich erfunden sind. Es ist schwer vorstellbar, dass Scheele diese Aussagen übersehen hat, denn sie befinden sich keineswegs als unscheinbare Fußnoten in dem Buch, sondern sehr deutlich zu Beginn der genealogischen Ausführungen bezüglich der Frankensteiner.
Aber zurück zu Mary Shelley und ihren angeblichen Bezug zur Burg Frankenstein. Der selbsternannte "Burgschreiber" Walter Scheele geht noch deutlich weiter als Florescu. In dem 2001 erschienenen „Burg Frankenstein – Mythos, Wahrheit, Legende“ steht zum Beispiel: „Damit ist aber der Beweis erbracht, dass die Burgruine bei Darmstadt tatsächlich das 'real Home of the Monster', der Ursprungsort des Frankenstein-Mythos ist“.
Worauf basiert diese Aussage? Mary Shelleys verschollenes Tagebuch
Auf Florescus These von den verfälschten Tagebüchern aufbauend, behauptet Scheele, er habe die "unverfälschten" Tagebücher einsehen können. Diese befänden sich im Besitz einer anonymen Schweizer Bankiersfamilie, die zwar mit ihrem Sensationsfund nicht an die Öffentlichkeit treten will, diesen aber bereitwillig ihm gezeigt hat.
Dieser Umstand überrascht. Schon, dass Shelley ihre Tagebücher verfälscht hat, wie Florescu behauptet, entbehrt jeder Grundlage. Aber jetzt soll sie - laut Scheele - auch noch ein weiteres, "echtes" Tagebuch geführt haben? Das ergibt leider keinerlei Sinn, denn ihre eigentlichen, heute bekannten Tagebücher waren schon privat und nicht zur Veröffentlichung gedacht. Shelley hat ihre Tagebücher nie veröffentlicht, sondern auf ihren Tagebüchern basierende Reiseberichte. Ihre Tagebücher waren, auch wenn sie heute veröffentlicht sind, "geheim" (im Sinne von: nicht für die Öffentlichkeit gedacht), das haben Tagebücher so an sich. Dass sie da noch ein zweites, noch geheimeres Tagebuch geführt haben soll, ist schlicht nicht plausibel.
Was so alles in Shelleys geheimen Tagebuch steht
Den einzigen Beweis für diese Phantomtagebücher, den Scheele anbringt, ist ein Zitat, das zu veröffentlichen ihm die mysteriösen Besitzer nach „langem Hin und Her“ gestattet hätten. Dieses ist so bemerkenswert, dass ich es hier noch einmal wiederhole:
„The Frankenstein Castle: A monumental building, full of darkness; broken walls, mysterical-mighty in the sobering Novembermist – but wonderful shining under the bright moon. Allowing an amazing county-view over the Rhine-river to the blue mountains on the other side of the river and a church to be seen over the silvershining waters.“
Wäre dieses Zitat authentisch, so wäre dies durchaus ein sehr starkes Indiz für den Einfluss der Burg Frankenstein (und eventuell Dippel) auf Shelley. Aber vieles fällt auf an diesem angeblichen Zitat. Zunächst ist es ein sehr merkwürdiges Szenario: Der Mond scheint, also ist wohl Nacht, gleichzeitig herrscht Nebel, also schlechte Sicht. Trotz schlechter Sicht und Dunkelheit kann Shelley aber offenbar bis über den Rhein hinaus blicken, erkennt Kirchtürme auf der anderen Seite, das silberglitzernde Wasser und hat überhaupt einen wunderbaren Blick über das Land... bei Nebel und in Dunkelheit! Respekt, Frau Shelley!
English for Runaways oder wie Mary Shelley einmal an zwei Orten gleichzeitig warDas nächste, was nicht ins Bild passt, ist das holprige Englisch, in dem das Ganze verfasst ist. Die vielen mit Bindestrich verbundenen "Doppelwörter", rhine-river, mysterical-mighty, county-view, wirken sehr, als wäre ein deutscher Text unsauber ins Englische übertragen worden.
Zwar sind all diese Formulierungen auch bei Muttersprachlern möglich, aber so ungewöhnlich, dass sie in dieser Häufung nahezu ausgeschlossen sind. Hinzu kommt, dass in Mary Shelleys veröffentlichten Tagebüchern ebenso wenig auch nur eines dieser merkwürdigen Wortgebilde vorkommt, als auch weder in Clairmonts Tagebüchern, noch in Shelleys veröffentlichten Briefen aus jener Zeit, noch in ihrer später veröffentlichten Reisedokumentation über jene Reise. Shelley hätte definitiv nicht so formuliert!
Shelley spricht niemals vom "Rhine-river", sondern immer vom "Rhine", ohne mit dem (für Muttersprachler eher untypischen) mit Bindestrich verbundenen river. Ein Muttersprachler würde statt "Rhine-river" wohl "Rhine river" oder eher sogar "Rhine River" (beides groß) schreiben, diese Anhäufung an Bindestrichen ist ein eher typisch deutsches Stilmittel.
Die Formulierung "Novembermist" dagegen würde ein Muttersprachler auch keinesfalls so schreiben, sondern zwingend auseinander, also "November mist". Man könnte Shelley zugestehen, holprig formuliert, grammatikalische Fehler oder schlichte Schreibfehler gemacht zu haben, in dieser Häufung innerhalb eines kurzen Absatzes ist dies aber so unwahrscheinlich, dass man ihr genauso gut vorwerfen könnte, sie wäre der englischen Sprache gar nicht mächtig gewesen.
Und wen das alles noch nicht überzeugt, es gibt auch einen ganz konkreten Beleg, dass dieses Zitat nicht von Shelley stammen kann. Denn dort heißt es "Novembermist", Novembernebel. Shelley war in Hessen aber im September 1814. Im November war sie nachweislich schon längst wieder in England. Das Zitat kann also gar nicht authentisch sein, selbst wenn man es für möglich halten würde, dass Shelley - aus welchen Gründen auch immer - ihre Tagebücher verfälschte.
Jacob Grimms verschollene Sage oder Geheimnisvolle Quelle Reloaded
Scheele hat aber noch einen weiteren Beleg. In einem Brief, den Jacob Grimm an Mary Shelleys Stiefmutter, Mary Jane Clairmont, geschrieben haben soll, erwähnt Grimm eine Sage der Burg Frankenstein, die bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Shelleys Roman hat. Dumm nur, dass der Brief unauffindbar ist. Außer Walter Scheele hat ihn nie jemand gesehen und Scheele selbst ändert seine Meinung darüber, wo dieser Brief denn überhaupt ist, nach Belieben. So schreibt er in seinem Buch: "In britischem Privatbesitz liegt, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, ein Brief von Jacob Grimm an Mary Jane aus dem Jahre 1813", dies behauptete er 2001.
2005 dagegen verkündete er in der eher fragwürdigen amerikanischen Fernsehdokumentationsreihe Decoding the Past, der Brief befinde sich in der University of Oxford. Nachdem aber Michael Müller vom Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein eine Anfrage an die Universität gestellt hatte, bekam er zur Antwort, dass ein solcher Brief in ihren Beständen nicht vorhanden sei.
Wer manipuliert die Fakten am dreistesten?
Interessant ist, dass die Bibliothek erwähnt, dass sie oft Anfragen bezüglich dieses Brief bekommt. Es ist zu vermuten, dass auch das Produktionsteam von Decoding the Past eine solche Anfrage gestellt hatte, im Film aber nicht erwähnt, dass die Bibliothek von dem angeblichen Brief, den sie beherbergen soll, gar nichts weiß. Statt dieser recht konkreten Aussage zeigt man lieber eine Mary Shelley spielende Schauspielerin nachdenklich einen Brief in der Hand halten und lässt dann einen Prof. Charles Robinson, Author von Mary Shelley: Collected Tales, zu Wort kommen, der hier beispielhaft für mehrere Akademiker stehen soll, deren Vorgehen in diesem Zusammenhang so abseits jeder Wissenschaftlichkeit ist, dass man sie am liebsten zu einem Aufbaustudium verdonnern würde.
Um die Möglichkeit, dass Shelley die Burg Frankenstein gesehen haben könnte, zu stützen, zitiert Prof. Robinson aus Shelleys Tagebuch eine Stelle, an der sie eine Burg mit einem "ruined tower" und "desolated windows" beschreibt, die auf dem Gipfel eines Hügels stehen würde. Nun wird suggeriert, dass das die Burg Frankenstein sein könnte.
Das Ganze ist aber eine ziemlich dreiste Manipulation. Denn nicht allein, dass aus dem kompletten Zitat hervorgeht, dass sich diese Ruine westlich des Flusses befindet, während die Burg Frankenstein östlich des Rheins ist, vor allem aber die simple Tatsache, dass Shelley schreibt, dass sie tags drauf Straßburg erreichten, bedeutet, dass diese Ruine unter keinen Umständen die Burg Frankenstein gewesen sein kann. Prof. Robinson verdreht hier zweifelsfrei bewusst die Fakten, um Zusammenhänge zu konstruieren, die einfach nicht da sind.
Zeugen, die von nichts wissen, und Briefwechsel, die nicht existieren
Bezüglich des angeblichen Briefes von Jakob Grimm berief sich Scheele noch 2001 auf den bereits erwähnten Donald F. Glut und behauptete, dieser hätte den Brief ebenfalls gesehen. Wieder war es Michael Müller, der diese Behauptung überprüfte und von Glut bestätigt bekam, dass er solch einen Brief niemals gesehen hat. Glut ist im Gegenteil der Meinung, dass die Verbindung von Mary Shelley zur Burg Frankenstein von Autoren und Hotelbesitzern aus Profitgründen konstruiert wurde. Dabei ist bemerkenswert, dass Michael Müller anscheinend der Erste war, der Glut daraufhin angesprochen hat, all die vielen Journalisten, Buchautoren, Dokumentarfilmer und selbst Universitätsprofessoren, die sich Scheeles Thesen zueigen gemacht haben, waren zu dieser einfachsten Form der Recherche offenbar nicht fähig. Da fragt man sich doch zwangsläufig, welche sonst weit verbreiteten Thesen auf ähnlich absurde Weise zustande gekommen sind.
In diesem Zusammenhang behauptet Scheele auch, dass Mary Jane Clairmont die englische Übersetzerin der Märchen der Gebrüder Grimm gewesen wäre. So schreibt Scheele über die angebliche Korrespondenz zwischen den Grimms und Clairmont: "Bekannt sind jedoch große Teile der Briefwechsel zwischen den Begründern der deutschen Philologie und der Übersetzerin ihrer Märchen". Das entspricht, kurz gesagt, nicht der Wahrheit. Diese Korrespondenz existiert schlicht und ergreifend nicht.
Falsche Vorstellungen und Klischees
Das ganze basiert ja auch schon auf einem völlig unsinnigen Klischee, nämlich, dass eine Sage oder Legende, die die Grimms nicht veröffentlichten, mit großer Wahrscheinlichkeit verschollen wäre. Aber nicht nur die Grimms sammelten Märchen und Sagen, sondern auch andere. Im 19. Jahrhundert erschienen im Großherzogtum Hessen mehr heimatkundliche Artikel und Bücher, als dies heute der Fall ist. Besonders hervorzuheben ist hier das 1853 von J. W. Wolf herausgegebene Hessische Sagen. Wolf war ganz bewusst von Dorf zu Dorf gegangen, um lokale Legenden aufzuschreiben, die bis dato nicht schriftlch fixiert waren. Nicht allein, dass die angeblich in dem Grimm-Brief erwähnte Sage dort nicht auftaucht, es fällt auch auf, dass sich bei allen Sagen ein folkloristisches Muster erkennen lässt. Es werden immer wieder dieselben Erzählmotive aufgegriffen und nur leicht variiert, z.B. um den Ort. Immer wieder tauchen geisterhafte Schatzwächter auf, geheimnisvolle Reiter, weiße Frauen (womit Gespenster gemeint sind) und noch vieles mehr.
Kein Erzählmotiv taucht nur ein einziges Mal auf. Viele Geschichten unterscheiden sich nur in Details. Wäre eine Sage von einem durch einen Zauberer erschaffenes Monster damals verbreitet gewesen, wäre zu erwarten, dass dieses Erzählmotiv (die Belebung von Toten bzw. die Erschaffung von Leben aus dem Leblosen) in irgendeiner Form öfter auftaucht. Aber es gibt nicht einmal annähernd so etwas, statt dessen nahezu ausschließlich Erzählmotive, die entweder auf christliche Symbolik oder auf heidnische Götter- und Geisterwelten zurückgehen - weder das eine, noch das andere passt aber zum Frankenstein-Monster, das, wenn überhaupt, noch am ehesten mit dem jüdischen Mythos vom Golem vergleichbar ist (und mit dem Mythos von Prometheus natürlich). Dieser war aber im 19. Jahrhundert kein Teil südhessischer Folklore. Man kann also definitiv ausschließen, dass eine mit Shelleys Roman vergleichbare Sage in dieser Gegend existierte.
Dippel ein von Frankenstein?Um Florescus These von Dippel als Vorbild von Frankenstein zu unterstützen, stellt Walter Scheele auch sonst reihenweise Behauptungen auf, die vollkommen unhaltbar sind.
Das fängt schon damit an, dass er Johann Konrad Dippel konsequent Johann Konrad Dippel von Frankenstein nennt, was wahlweise Scheeles Ahnungslosigkeit oder seine Neigung zur bewussten Manipulation der Fakten belegt. Dippel war kein von Frankenstein, hieß nicht so und hat sich auch niemals so genannt. In den Dokumenten (es existieren gerade einmal zwei), in denen Dippel sich angeblich Frankenstein genannt hatte, handelt es sich nicht um einen Namen, sondern um eine Herkunftsbezeichnung.
So findet sich in den Matrikeln des Darmstädter Pädagogs tatsächlich der Eintrag: "Johannes Conradus Dippelius Franckensteinensis", aber dieses "Franckensteinensis" ist ganz klar nicht Namensbestandteil, sondern eine Herkunftsbezeichnung. Dies geht schon aus der lateinischen Grammatik hervor. Es wird damit also Dippels Wohnsitz genannt. Auf derselben Seite findet sich zum Beispiel auch ein "Johannes Fridericus Raysius Zwingenbergensis", womit natürlich kein ominöser Herr von Zwingenberg gemeint ist, sondern ein Johann Friedrich Raiss aus Zwingenberg. Auch heute nutzt man (zum Beispiel vor Gericht) noch diese Methodik, zu einer klaren Identifizierung einer Person neben den Namen auch den genauen Wohnort anzugeben. "Frankenstein" war jedoch niemals Teil von Dippels Namen.
Scheele dagegen macht aus Dippel einen "von Frankenstein", was schlicht und ergreifend falsch ist. Und er geht noch weiter, behauptet allen ernstes, Dippel sei wahrscheinlich gar nicht der Sohn von Johann Philipp Dippel, sondern von einem "Konrad von Frankenstein", der eine außereheliche Beziehung zu Johann Konrad Dippels Mutter gehabt haben soll. Dumm nur, dass Walter Scheele diese Behauptung nicht nur nicht belegen kann, sondern dass die Herren von und zu Frankenstein, als Dippel geboren wurde, ihre Herrschaft längst an den Darmstädter Landgrafen verkauft hatten und weggezogen waren. Vermutlich also ein Fall von Samenraub.
Und so geht das immer weiter und weiter. Die magnetischen Steine nahe der Burg sollen ganze Flugzeuge ablenken können, Wernher von Braun soll sich kurz nach dem Krieg auf der Burg mit Henry Kissinger getroffen haben, der Pulverturm soll von Dippel höchstpersönlich bei einem missglückten Experiment mit Nitroglyzerin gesprengt worden sein und unzählige weitere solcher Geschichten, die alle frei erfunden sind. Manches ist noch nicht einmal hypothetisch möglich.
So war z.B. Nitroglyzerin zu Dippels Zeiten noch gar nicht entdeckt und der Magnetismus der Felsen reicht allenfalls wenige Meter. Und selbst der leichte Magnetismus, der tatsächlich von den Steinen ausgeht, ist keineswegs ein "Ausreißer des Erdmagnetismus", wie Scheele behauptet. An anderer Stelle versucht er anhand eines in einem neuhochdeutschen Dialekt verfassten Vertrages zu belegen, dass die Burg Frankenstein schon im 10. Jahrhundert existerte, als man noch Althochdeutsch sprach und Verträge üblicherweise in Latein verfasste. Scheeles Ausführungen sind nur so gespickt von Anachronismen, physikalischen Unmöglichkeiten und groben historischen Fehlern. Wie kam Mary Shelley auf den Namen Frankenstein?Bleibt noch die Frage, wie Shelley auf den Namen Frankenstein gekommen ist, wenn nicht durch die Burg Frankenstein. Nun zunächst einmal gibt es in Rheinland-Pfalz noch ein weitere Burg samt anliegender Gemeinde mit dem Namen, in Sachsen gibt es eine weitere Gemeinde mit diesem Namen und zu Shelleys Zeiten existierte außerdem in Schlesien ein Landkreis mit diesem Namen und ein Ort, der heute in Polen liegt, Frankenstein war also kein so ungewöhnlicher Name, wie er uns heute vielleicht erscheint. Noch klarer wird dies nach einer kleinen Recherche nach der Häufigkeit des Nachnamens Frankenstein. Laut des Onlinedienstes Geogen finden sich deutschlandweit 390 Einträge in Telefonbüchern mit dem Namen Frankenstein. Eine Hochrechnung ergibt etwa 1.040 Namensträger bundesweit, bedenkt man, dass jemand mit dem Namen Frankenstein aus Angst vor Scherzanrufen eher dazu neigen dürfte, sich nicht in ein Telefonbuch einzutragen als jemand mit dem Namen Müller, können wir annehmen, dass es sogar noch mehr Menschen in Deutschland mit diesem Namen gibt. Die größte Häufung findet sich zudem in Nordrhein-Westfalen, also einer Gegend, durch die Mary Shelley während ihrer Rheinfahrt ebenfalls gekommen ist.
Viel wahrscheinlicher als all diese waghalsigen Konstruktionen ist es daher, dass Shelley irgendwann auf ihrer Reise durch die Schweiz und Deutschland auf jemanden gestoßen war, der zufällig Frankenstein mit Nachnamen hieß und ihr der Name vom Klang her passend erschien für einen deutschen Wissenschaftler.
Scheeles KritikunfähigkeitWährend Walter Scheele immer wieder gerne kleine Seitenhiebe auf "Möchtegernhistoriker" verteilt, reagiert er, wenn selbst kritisiert und auf Fehler in seiner Argumentation hingewiesen, mit erstaunlicher Dünnhäutigkeit.
Auf den Hinweis des Geschichtsvereins Eberstadt/Frankenstein, dass nichts davon belegbar ist, dass es zudem unwahrscheinlich ist, dass Shelley die Burg Frankenstein besucht hat, erwiderte Scheele mit geradezu ätzender Arroganz und warf dem Vorsitzenden des Geschichtsverein vor, keine Hochschulprofessur zu haben (die Herr Scheele - nebenbei bemerkt - selbst natürlich auch nicht hat), dass diese Stellungnahme in keinem Verlag veröffentlicht wurde und dass in dieser Stellungnahme behauptet wurde, Shelleys Roman sei vor beinahe 200 Jahren erschienen, statt - wie es korrekt sei - "bereits 1816" (was, Scheeles Einwand datiert vom 28. Dezember 2007, tatsächlich zu diesem Zeitpunkt exakt 191 Jahre sind. Nach Scheele, der es bei seinen eigenen Thesen nicht so genau nimmt, ist dies jedoch nicht "beinahe 200 Jahre", naja, was soll man dazu noch sagen?).
Fast schon amüsant ist da seine Forderung, man solle sich doch "ernsthaft mit allen Quellen beschäftigen ohne Vorurteile und ohne sich vorher festlegen zu lassen" und dass man seine "Meinung den Fakten anpassen" müsse. Gute Ratschläge wirken leider nicht, wenn man sich nicht selbst daran hält. Geisterjäger ScheeleStatt sich aber auf eine echte Diskussion einzulassen und endlich seine mysteriösen Quellen vorzulegen, spielt er lieber in fragwürdigen Fernsehdokumentationen den deutschen Frankensteinexperten. So z.B. Anfang 2008 in einer amüsanten Serie des amerikanischen Sci-Fi-Channel mit dem Titel: "Ghost Hunters International", einer Dokumentationsreihe, die einer Truppe von Geisterjägern quer durch Europa folgt und sie an historischen und angeblich "verwunschenen" Orten zeigt, wie sie sich im Dunkeln vor ihrem eigenen Schatten erschrecken. Walter Scheele ist dort als Burgführer zu sehen, der seine wichtigsten, aber nachweislich falschen Thesen einem Millionenpublikum als Fakt unterbreiten darf. Nicht allein, dass er im Laufe dieser Sendung auch noch zum Experten für altdeutsche Sprachen mutiert, nein, ganz am Ende glaubt er sogar, die Stimme des Geistes jenes (tatsächlich niemals existierenden) Arbogast von Frankenstein zu hören, worauf er zu dem Schluss kommt, dass die Burg Frankenstein von jeder Menge "guter Geister" umgeben ist. Scheeles RufSeit ich diesen Artikel in seiner ersten Version hier an dieser Stelle veröffentlicht habe, erreichen mich gelegentlich Emails von Leuten, die in irgendeiner Form mit Scheele zu tun gehabt haben. Der Tenor ist immer der gleiche und nicht selten in weit schärferer Form, als ich dies hier getan habe. Scheele hat unzählige Spitznamen: "Lie" (das englische Wort für Lüge) ist einer, ein anderer "der dicke Märchenonkel vom Frankenstein" und wieder andere nennen ihn - fast schon liebevoll - "Käpt'n Blaubär". Fast jeder also, der über eine etwas längere Zeit mit ihm zu tun gehabt hat, ist sich im Klaren darüber, dass er eine - vorsichtig ausgedrückt (ich will ja nicht verklagt werden!) - überschäumende Phantasie hat. Die einzigen, die das ignorieren, sind die Medien, die wieder und wieder Scheeles Behauptungen nachkäuen.
Dem hr ist es zwar mittlerweile gelungen, auch einmal eine Sendung zu produzieren, in der sehr deutlich gesagt wird, dass die Shelley-Burg Frankenstein-Verbindung frei erfunden ist. Doch dies ist eine seltene Ausnahme. Das Darmstädter Echo dagegen engagierte kürzlich Scheele im Rahmen der "ECHO-Sommertour" wieder mal als "kundigen" Burgführer. 120 Besucher lauschten seinen Geschichten und verbreiten sie jetzt vermutlich weiter. Zitat einer Teilnehmerin: "Ich hätte nicht gedacht, dass auch so viel geomantisches Fachwissen vermittelt wird". Scheele erwiderte kurz darauf, dass er "selten ein so interessiertes, intelligentes Publikum gehabt" hätte. Da offenbar niemand mal eine kritische Frage gestellt hat, muss ich das leider bezweifeln.
"Wir sind jederzeit wieder dabei", schloss Scheele als Fazit zur ECHO-Sommertour. Sehr gut! Ich das nächste Mal auch. Dann werfe ich mich bäuchlings über die Magnetsteine und flehe Walter Scheele an, schleunigst einen Physiker zu rufen, der mich von meiner Gürtelschnalle, die von den gewaltigen Magnetfelsen, die Flugzeuge ablenken können, angezogen worden ist, befreit. Gleich danach begebe ich mich zu einer Séance in Anne-Marie's-Tower (so nennt er den Wohnturm in der Geisterjägersendung) und anschließend genieße ich noch die schöne Aussicht bei Nacht und Nebel und schmökere in meinen ganz persönlichen, frei imaginierten geheimen Shelley-Tagebüchern. Wer weiß, was ich dabei alles entdecken werde. ---- Jörg Heléne
die erste Version dieses Artikel wurde am 02. Februar 2008 an dieser Stelle hier veröffentlicht. Seither wurde er mehrfach überarbeitet und umfangreich ergänzt, zuletzt am 03. November 2009.
Quellen und Links: Das 'Life' Magazin vom 05. April 1968 mit dem Leserbrief von David T. Russell
Walter Scheele: "Burg Frankenstein - Mythos, Wahrheit, Legende"
Radu Florescu: "In Search of Frankenstein: Exploring the Myths behind Mary Shelley's Monster"
Elisabeth Miller: Filing for Divorce - Count Dracula vs Vlad Tepes
Frederick L. Jones, (Hrsg.), "Mary Shelley’s Journal"
J. W. Wolf: "Hessische Sagen"
Weder Raubritter noch Gruselmonster - Eine kurze Geschichte von Burg und Herrschaft Frankenstein von Dr. Erich Kraft
Stellungnahme von Walter Scheele
Die Burg Frankenstein, Johann Konrad Dippel und das Monster von Otto Weber
Das Foto der Burg Frankenstein stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.
Donald F. Glut: "The Frankenstein Legend: A Tribute to Mary Shelley and Boris Karloff", 1973
Donald F. Glut: "The Frankenstein Archive: Essays on the Monster, the Myth, the Movies and More", 2002
http://www.depauw.edu/SFs/backissues/9/ozolins9.htm
Recherchen von Dr. Erich Kraft und Michael Müller, erster und zweiter Vorsitzender des Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein
Any Monsters at home? - Die Burg Frankenstein a.d.Bergstr. und der Roman von Mary Shelley von Michael Müller
Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein
Geogen, Recherchedienst zur Verteilung von Nachnamen in Deutschland und Österreich
Darmstädter Echo vom 12. August 2009
Darmstädter Echo vom 22. August 2009
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