Teil 18: Ring of Kerry


Fahren auf dem Ring of Kerry

Ring of Kerry

Über einen Sandstrand, auf den die Leute massenweise mit Autos entlangfahren, erreichen wir den Ring of Kerry. Sehenswert sind die Berge bzw. Hügel hier, ansonsten ist die Dingle-Halbinsel schöner. Die Straßen sind für die üblichen Verhältnisse im Westen recht gut und mehr Touristen als in Dingle haben wir hier auch nicht gesehen. Dass einem hier auf der Straße eine ganze Schafherde entgegenkommt und für einen Stau sorgt, wundert einen schon nicht mehr. Im Gegenteil, man würde es vermissen, wenn es nicht so wäre.

Dass es manchmal ein wenig eng wird, stört mich auch nicht mehr. Ich mache Fotos davon und auch Micko ist sehr viel mutiger geworden, verglichen mit dem Anfang der Reise. Meistens stützt er sich vorne auf die Kühltasche, die zwischen dem Fahrer- und dem Beifahrersitz steht und schaut nach vorne raus. Ob er spürt, dass er jetzt wieder zu Hause ist? Aus Kerry stammt er.

Am Arsch der Welt?

Vorsicht! Kreuzende Schafe! Am Abend kehren wir in einem Campingplatz ein, der direkt zwischen einigen imposanten Hügeln liegt. Es ist wieder einer dieser Orte, an denen man stundenlang in die Ferne blicken kann, ohne dass es langweilig wird.

Zwei nebeneinander liegende, oben sehr abgerundete Hügel gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Wir führen eine Diskussion darüber, ob sie eher wie eine weibliche Brust oder eher wie ein menschlicher Hintern aussehen. Nach scharf geführten philosophischen Debatten setzt sich Petras Meinung durch: es ist ein gewaltiger Hintern, zumindest solange niemand zwei kleine Türmchen auf den Gipfeln baut.

Was aber bedeutet das? Sind wir nun am Arsch der Welt angekommen?

"The dog speaks german"

Micko, deutschsprechender Border-Collie aus Kerry Der Besitzer des Campingplatz ist ein sympathischer, aber ständig plappernder Mann jenseits der 50. Da wir uns auf dem Ring of Kerry befinden, sind die meisten Leute, die hier auf dem Campingplatz sind, Deutsche, Franzosen, Holländer und nur vereinzelt Engländer. Während ich mit Micko vor den Toiletten auf Jochen warte, kommt eine Frau mit einem kleinen Kind aus dem Gebäude. Das Kind schreit wie am Spieß und die Mutter versucht es mit Micko zu beruhigen. So was kann ich ja gar nicht haben.

"Kuck mal, ein Hundi", sagt sie auf deutsch und ich beschließe so zu tun, als würde ich sie nicht verstehen, nachdem ihr "nice dog" an mich gerichtet nicht gerade von überragenden Englischkünsten zeugt.

Doch genau in dem Moment kommt der Besitzer des Campingplatz zu uns und meint ganz laut: "Oh, the dog speaks german." Danke schön. Jetzt darf ich mal wieder erklären, wie man einen Hund von Deutschland nach Irland bringt, ohne dass er in Quarantäne gesteckt wird.

"Nein, unserer ist daheim", meint sie dann. "Da ist er auch besser aufgehoben."

Ach ja? Aber den schreiende Balg hast du mitgeschleppt! Nein, sprich es nicht aus!

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